Hintergrund
Angesichts des stetigen Wandels in der Wirtschaft und Technologie ist es für öffentliche Auftraggeber von entscheidender Bedeutung, innovative Beschaffungsansätze zu entwickeln.
Durch die Vergaberechtsnovelle wurde die Einbeziehung strategischer Ziele bei der Beschaffung umfassend gestärkt. In jeder Phase eines Verfahrens, von der Definition der Leistung über die Festlegung von Eignungs- und Zuschlagskriterien bis hin zur Vorgabe von Ausführungsbedingungen, können innovative Aspekte einbezogen werden.
Das Seminar adressiert diese und weitere rechtliche Aspekte und bietet praxisnahe Lösungen zur Steigerung der Innovationskraft durch die öffentliche Beschaffung.
Das Seminar gibt einen Überblick über die rechtlichen Möglichkeiten der Innovationsförderung durch den öffentlichen Auftraggeber. Dabei werden die relevanten Anforderungen beleuchtet und Gestaltungsspielräume aufgezeigt. Das Seminar kombiniert theoretische Grundlagenvermittlung mit praxisorientierten Fallstudien, Erfahrungsaustausch und interaktiven Diskussionen.
Das Seminar verfolgt das Ziel, den Teilnehmenden fundierte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten zu vermitteln, um innovative Beschaffungsstrategien gemäß dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und der Vergabeverordnung (VgV) erfolgreich umzusetzen. Die Teilnehmer sollen in der Lage sein, effiziente Beschaffungsprozesse zu gestalten, die den Wettbewerb fördern, die Vielfalt der Anbieter berücksichtigen und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Durch die praxisnahe Ausrichtung des Kurses sollen die Teilnehmer befähigt werden, künftig souveräner innovative Lösungen beschaffen zu können.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich an Personen, die mit der Organisation von Auftragsvergaben betraut sind, insbesondere an Mitarbeiter der öffentlichen Hand, insbesondere an Juristen, Beschaffungsspezialisten und Entscheidungsträger, die ihre Kenntnisse im Bereich der innovativen Beschaffung im Rahmen des GWB und der VgV vertiefen möchten. Vorkenntnisse im Bereich der innovativen Beschaffung sind nicht notwendig. Grundkenntnisse im Bereich der Öffentlichen Auftragsvergabe sollten vorhanden sein.
Seminarinhalte
I. Innovationsbeschaffung im Spannungsverhältnis mit den Grundsätzen aus § 97 GWB
II. Implentierung einer innovationsfördernden Beschaffungsstrategie
III. Innovationsoffene Bedarfsanalyse und Bedarfsdefinition
IV. Innovationsfördernde Beschaffungsmodelle: Vorkommerzielle Auftragsvergabe (sog. PCP) oder vergaberechtliches Beschaffungsverfahren (sog. PPI)?
V. Innovation durch vergaberechtliche Beschaffungsverfahren:
- Marktanalyse / Markterkundung (Was ist erlaubt, wie kann sie durchgeführt werden?)
- Unterstützung bei der Erstellung der Vergabeunterlagen (Wer darf unterstützen, worauf ist zu achten – Projektantenproblematik?)
- Dialoggeprägte Verfahrensarten (Welches Verfahren ist das Beste?)
- Losaufteilung (Wann kann von einer Losaufteilung abgesehen werden?)
- Nebenangebote (Worauf ist zu achten?)
- Leistungsbeschreibung (Wie genau muss sie gefasst sein?)
- Eignungskriterien (Was ist erlaubt?)
- Zuschlagskriterien (Was ist denkbar?)
VI. Beschleunigungsmöglichkeiten und Grenzen
VII. Praxisbeispiele und Fallstudien innovativer Beschaffungsprojekte
VIII. Erfahrungsaustausch und Diskussion von Herausforderungen im Beschaffungsprozess




