Hintergrund
Sehr häufig beklagen Vergabestellen/Einkaufsabteilungen eine zu niedrige Beteiligung von Unternehmen an Vergabeverfahren mit oftmals nur einem einzigen Angebot. Dabei ist eine hohe Bieterbeteiligung ein zentraler Wettbewerbsindikator.
Gerade durch einen funktionierenden und breiten Anbieterwettbewerb kann das Ziel einer wirtschaftlichen Beschaffung realisiert werden. Denn ein nur schwacher oder gar fehlender Anbieterwettbewerb sorgt grundsätzlich für hohe Preise bei allenfalls mäßiger Qualität. Eine nur geringe Bieterbeteiligung trifft daher Auftraggeber im Kern ihrer Aufgaben, womit die Bedeutung des Einkaufs und dessen notwendiger Beitrag zu einer echten Wertschöpfung im Beschaffungswesen evident wird.
Wie können Auftraggeber daher die Attraktivität öffentlicher Ausschreibungen steigern und gleichzeitig rechtssichere Vergaben gewährleisten?
Das Seminar gibt einen Überblick über relevante Herausforderungen und Hemmnisse für die Beteiligung von Unternehmen an öffentlichen Beschaffungen sowie über erforderliche Leitplanken für eine funktionierende Auftragsvergabe. Hierzu gehört auch das Selbstverständnis des Einkaufs: statt einem bloßen Bestellbüro, welches Vergabeverfahren lediglich operativ abwickelt, bedarf es eines strategischen Einkaufs, der echte Wertschöpfungsbeiträge für den Auftraggeber leisten soll. Sodann werden Stellschrauben und Weichenstellungen für eine größere Markterreichung vorgestellt und wie Vergaberecht als Hebel für eine wirtschaftliche und gleichzeitig rechtssichere Beschaffung eingesetzt werden kann. Dabei orientiert sich der Aufbau des Seminars am Ablauf der Beschaffungstätigkeit öffentlicher Auftraggeber und zeigt für die einzelnen Phasen eines Vergabeverfahrens konkrete Gestaltungsvarianten und Anreize für Unternehmen auf, sich an Vergabeverfahren zu beteiligen.
Ziel des Seminars ist, dem Einkauf konkrete und umsetzbare Instruktionen für die Konzeption und Durchführung von Vergabeverfahren zu geben, mit welchen Potenziale für eine höhere Marktansprache und Bieterbeteiligung begründet und gesteigert werden. Hierzu gehört auch die Stärkung der Rolle und des Selbstverständnisses des Einkaufs als strategischem Einkauf, der bereits im Vorfeld des Vergabeverfahrens zentrale Weichen stellt.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich an Personen. die für die Organisation und Durchführung von Auftragsvergaben zuständig sind. Dies betrifft nicht nur die klassischen öffentlichen Auftraggeber und Sektorenauftraggeber, sondern auch Empfänger von Fördermitteln, welche aufgrund des Rückforderungsrisiko ebenfalls rechtssichere Beschaffungen durchführen müssen. Aufgrund wichtiger Schnittstellen des Einkaufs/Vergabestellen zu Bedarfsträgern richtet sich das Seminar ebenfalls an entsprechende Fachabteilungen von (öffentlichen) Auftraggebern sowie -falls vorhanden- Rechtsabteilungen.
Seminarinhalte
1. Wahrnehmung (öffentlicher) Auftraggeber und Konsequenzen
2. Funktionierende Auftragsvergabe und allgemeine Weichenstellungen für eine hohe Bieterbeteiligung
3. Rolle und Selbstverständnis des Einkaufs
4. Vereinbarkeit von Rechtssicherheit/Vergaberecht und Einkaufsstrategie
5. Konkrete Weichenstellungen für eine größere Markterreichung und Eckpunkte einer strategischen Einkaufsplanung
a. Aspekte zur Markterkundung
b. Aspekte zur Erstellung eines Vergabekonzepts
c. Anreizsetzung über Verfahrens- und Vertragsgestaltung
d. Anreizsetzung über Qualitätswettbewerb




