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Seminarinhalte

Digitale Souveränität bedeutet für öffentliche Auftraggeber, digitale Technologien und Leistungen langfristig selbstbestimmt, sicher und unter Wahrung ihrer Handlungsfähigkeit nutzen und weiterentwickeln zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei Datenhoheit, Interoperabilität, Portabilität, Wechselmöglichkeiten sowie die Vermeidung kritischer Technologie- und Anbieterabhängigkeiten.

Zugleich ist digitale Souveränität ein zentrales politisches und strategisches Handlungsfeld. Auf europäischer, nationaler und föderaler Ebene wird das Ziel verfolgt, die digitale Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu stärken, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und die Kontrolle über Daten, digitale Infrastrukturen und Schlüsseltechnologien zu sichern. Daraus ergeben sich konkrete Herausforderungen für die öffentliche IT-Beschaffung.

Das Seminar vermittelt zunächst die technischen Grundlagen und politischen Zielsetzungen digitaler Souveränität. Im Mittelpunkt steht anschließend die Frage, wie sich diese Zielsetzungen unter Beachtung des Vergaberechts in wirksame und nachhaltige Beschaffungsentscheidungen übersetzen lassen.

Hierzu wird der gesamte Beschaffungsprozess betrachtet: von der Bedarfsanalyse und Markterkundung über die Vergabestrategie, die produktneutrale Leistungsbeschreibung sowie die Festlegung von Mindestanforderungen, Eignungs- und Zuschlagskriterien bis hin zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Vertrags- und Exit-Gestaltung. Besonderes Augenmerk gilt den vergaberechtlichen Grundsätzen des Wettbewerbs, der Gleichbehandlung, der Transparenz, der Verhältnismäßigkeit und des Auftragsbezugs.

Agenda

Digitale Souveränität – Grundlagen, Bedeutung, politische Zielsetzung

  • Begriff, Dimensionen und Bedeutung für den Öffentlichen Dienst

Digital souveräne Lösungen wirksam und vergaberechtskonform beschaffen (Schwerpunkt)

  • Bedarfsanalyse, Markterkundung und Vergabestrategie
  • Vergaberechtliche Leitplanken und produktneutrale Leistungsbeschreibung
  • Mindestanforderungen, Eignungskriterien und Nachweise
  • Zuschlagskriterien, Bewertungslogik und Zuschlagsmatrizen
  • Lebenszykluskosten, Vertragsgestaltung, Migration und Exit

Praxisfall: Beschaffung einer souveränen Lösung

  • Bedarf und Anforderungen festlegen
  • Eignungs- und Zuschlagskriterien entwickeln
  • Wirtschaftlichkeit und vertragliche Exit-Regelungen berücksichtigen

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Entscheidungsträger und Mitarbeitende öffentlicher Vergabe- und Beschaffungsstellen, IT-Einkauf und IT-Verantwortliche, Digitalisierungs- und Projektverantwortliche, sowie Rechtsabteilungen öffentlicher Auftraggeber. Grundkenntnisse der öffentlichen Auftragsvergabe sind hilfreich; vertiefte technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

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